Im 2. Teil unseres Interviews haben wir uns mit DI Peter Feuersinger, Abteilungsleiter der Abteilung Forstwesen an der BH Bregenz, über die Globalisierung und das Eschen- und Ulmensterben unterhalten.

Inwiefern stehen die Globalisierung und das Eschensterben in Zusammenhang?
Das Eschentriebsterben geht zurück auf einen Pilz, der aus der Mandschurei eingeschleppt wurde. Nach dem Befall stirbt die heimische Esche auf Raten ab, da sie jedes Jahr aufs Neue befallen wird.

Die Krankheit ist relativ neu und man wusste lange nicht, was das Eschentriebsterben hervorbringt: Ein Pilz, der sich auf den am Boden liegenden Eschenblättern entwickelt, infiziert die Eschen jedes Jahr aufs Neue. Nach und nach sterben Ast- und Kronenpartien ab, der Baum wird so geschwächt und macht ihn angreifbar für Sekundärschädlinge.

Was kann dagegen unternommen werden?
Laut Beobachtungen wurde ein Prozentsatz mit etwa 2% haben erhöhter Resistenz festgestellt. Das bedeutet nicht, dass die Bäume gesund sind, aber eben resistenter. In der Folge wird versucht, diese Bäume aufzuspüren und deren Samen auf Klonplantagen mit anderen Eschen zu kreuzen. Dieser Versuch wird besonders bei jungen Bäumen gestartet, da diese noch weniger mit der Krankheit umgehen können als ältere, weil sie weniger Grünmasse haben.

Wie können solche Eschen identifiziert werden?
Die Suche nach resistenteren Eschen gestaltet sich sehr frustrierend, da deren Prozentsatz sehr gering ist. Wir gehen nach Stammdurchmesser und Kronenbeschreibung vor, aber wir finden pro Tag manchmal nur ein bis zwei Stück.
Die Frage, ob sich die Esche langfristig selber anpasst, können wir nicht beurteilen, da unsere Lebenserwartung nicht so hoch ist wie die von Bäumen und Wäldern. Natürlich richtet sich die Natur über kurz oder lang auf die herrschenden Gegebenheiten ein. Doch wir müssen uns auch die Frage stellen, ob diese Baumart auf diese Dauer verzichtbar ist. Die Esche besiedelt feuchte und rutschanfällige Standorte und gibt so dem Boden Halt. Zwar gibt es einen Baum, der ähnliche Lebensbedingungen bevorzugt, den Bergahorn, aber er mag es nicht so feucht.

Gibt es sonst noch eine Baumart, die einer ähnlichen Gefahr ausgesetzt ist?
Auch Ulmen sind gefährdet. Deren Pilzkrankheit wird durch Käfer übertragen, dadurch erfolgt die Ausbreitung nicht so rasch. Im hinteren Bregenzerwald gibt es das Ulmensterben erst seit wenigen Jahren, da die Käfer, die die Pilzsporen übertragen, einen relativ kleinen Aktionsradius haben. •

DI Peter Feuersinger, Abteilung Forstwesen, BH Bregenz
im Interview mit Klaus Feldkircher