Geht denn das? Einen Pool zu bauen, der aus Holz besteht? Es geht. Das beweisen die Naturpools von Timberra, die je – nach Ausführung – ganz oder teilweise aus Holz bestehen. Doch was macht den Holzpool langlebig?

Das wollten wir von Klaus Reiter, CEO von Timberra, wissen.

Wasser und Holz sind zwei Naturstoffe, von denen man glaubt, sie vertragen sich nicht auf Dauer. Was macht das Holz in euren Pools trotz dauernder Berührung mit Wasser so langlebig?
Wasser ist grundsätzlich ein belebendes Element. Es bringt Wachstum und Ruhe in den Garten. In einem Pool aus Holz bewahrt das Wasser seine natürliche Kraft und Energie. Holz ist für einen Pool der ideale Baustoff, da es seit jeher mit Wasser eng verbunden ist. Es hat einen guten Isolationswert und hält im Sommer die Temperatur konstant. Holz braucht Wasser zum Wachsen und besteht ähnlich wie der Mensch zu fast 80 Prozent aus Wasser. Es kann als natürlicher Rohstoff auch in sensiblen Naturgebieten eingebaut werden und unterstützt nachwachsend unsere CO² -Bilanz.

Welches Holz verwendet ihr für eure Naturpools?
Für unsere Pools und die Schwimmteichabgrenzungen verwenden wir heimische Weißtanne, die wir im patentierten  Schwalbenschwanz-Verbundsystem in unserem Werk in Bad Lainach im Mölltal verarbeiten. Die Wände werden aus massivem Vollholz vorgefertigt. Ein Pool von etwa vier mal acht Metern kann mühelos an einem Tag aufgebaut werden. Entweder wird er als fertiges Becken oder in Einzelteilen geliefert, die dann vor Ort miteinander verbunden werden.

Das Holz der Weißtanne wird seit jeher als »Wasserholz« verwendet. Ihr langsamer Wuchs, ihre Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit im Wasser sind einzigartig. Die Tanne ist ein Schattenbaum und ein Tiefwurzler und kann Wasser sehr gut einlagern. Bei einer  Durchfeuchtung  von mehr als 80 Prozent  ist sie nahezu ewig haltbar. Bei unseren Naturpools ist das Holz immer unter der Wasserlinie und dadurch auch über Jahrhunderte haltbar.

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Wie wird das Becken abgedichtet?
Wie gesagt, verarbeiten wir die Weißtanne im patentierten Schwalbenschwanz-Verbundsystem. Dabei verwenden wir weder Schrauben noch Leim noch eine andere  Verbindung. Die Dichtung erfolgt auf natürlichem Weg: Im Wasser quillt das Holz auf und wird so in sich stabil. Um eine hundertprozentige Durchfeuchtung des Holzes und damit Haltbarkeit über Generationen garantieren zu können, steht das Becken innerhalb einer Kautschukfolie, die eine zusätzliche Dichtbahn bildet und so die Möglichkeit bietet, mit der Wasserlinie über das Holz zu gehen. Das Verbundsystem ermöglicht nahezu jede Poolgröße und -form sowie eine Tiefe von bis zu drei Metern.

Du hast gesagt, dass in euren Naturpools Holz der Hauptbestandteil ist, andere Stoffe aber variabel eingesetzt werden können. Wo werden welche Materialien verwendet?
Das Material der Stufen kann Stein, Fliese oder auch Holz sein. Der Boden des Beckens ist ebenfalls variabel. Die anthrazitfarbene Kautschukfolie, die in jedem Becken die Bodenabdichtung darstellt, bildet einen dunklen Kontrast, lässt das Becken optisch tief erscheinen. Naturstein oder helle Keramikböden hingegen geben dem Becken Weite. So kann für jeden Geschmack und jeden Wunsch individuell ein Pool geplant und umgesetzt werden. Für die Sonnendecks und die umgebende Terrasse verwenden wir die Tauernlärche. Sie schützt sich, indem sie eine Art Patina bildet, den sogenannten  Grauschleier.

Und wie erfolgt die Wasserreinigung und -aufbereitung in den Pools?
Die Pools sind kleine, naturnahe Wasserwerke. Sie schaffen ohne chemische Hilfsmittel in mehreren Schritten reinste Wasserqualität. Dabei steht die biologische Filtertechnik im Hintergrund oder wird als natürliches Element integriert. Möglich macht dies das patentierte Filtersystem. Es arbeitet nach einem einfachen Prinzip: Durch den besonderen Aufbau finden Mikroorganismen optimale Lebensbedingungen im Filter vor. So stehen im Schwimmbereich kaum Nährstoffe für Algenwachstum zur Verfügung und es entsteht in einem wartungsarmen System beste Wasserqualität.

Wie oft wird das Wasser im Naturpool gewechselt?
Biologisch aufbereitetes Wasser ist nährstoffarm und hat einen hautfreundlichen pH-Wert. So wird der menschliche Säureschutzmantel geschützt und die Schleimhäute nicht angegriffen. Das Wasser eines Naturpools wird nie gewechselt. Denn nur in seiner Ursprünglichkeit kann Wasser in seinem Element sein.

Wenn  ich  mich  dazu  entschließe,  einen  Naturpool zu bauen: Inwiefern unterscheidet sich die Lebensdauer eines solchen Pools von einem herkömmlichen?
Die Lebensdauer eines Timberra Naturpools geht über Generationen. Durch die Bauweise, das Holz ist zu 100% unter Wasser, wird dies garantiert. Auch die von uns eingesetzten Materialien wie Stein und Edelstahl sind über Generationen haltbar. Wichtig ist, dass man die richtigen Materialien am richtigen Platz einsetzt. Die »richtigen« Materialien, die im Naturpool verbaut werden, begründen sich in einer sorgfältigen Überprüfung der Inhaltsstoffe und somit der Eignung für das natürliche Wasser. Vielen Dank für das Gespräch.