Dort, wo einst der Kaiser ein paar sonnige Tage verbrachte. Dort, wo jeder Sonnenuntergang einzigartig ist. Dort, wo heute wieder Gäste verwöhnt werden. Dort befindet sich das Badehaus am Kaiserstrand in Lochau, das seine Gäste mit Badespaß, Ruhe und Kulinarik verwöhnt.

Es sticht dem interessierten Betrachter bereits von Weitem aus allen Himmelsrichtungen ins Auge: Schlicht steht es da, gebettet auf 30 Pfeiler, öffnet seine Pforten bei Sonnenschein, um Gästen abseits vom Trubel ein kleines Refugium der Erholung zu bieten. Auf dem Sonnendeck recken Schirme ihre weißen Häupter in die Höhe, der Sonne entgegen, um den Erholungssuchenden Schatten zu spenden. Im Restaurant lassen sich Badende verwöhnen, die einen genießen eine feine Köstlichkeit zwischendurch, die anderen sitzen plaudernd bei einem bunten Drink über dem Wasser und erleben den kleinen Luxus, den allein ein Badetag im Badehaus schenkt.

Alte Idee, neu interpretiert
Doch die Idee vom Bauen auf Stelzen am Bodensee ist alt: Man denke an die Pfahlbauten von Unteruhldingen, wo steinzeitliche Häuser auf dem See rekonstruiert wurden. In diese Tradition reiht sich das mehrfach ausgezeichnete Badehaus am Lochauer Bodenseeufer ein.

Der große Unterschied: Das 2010 fertiggestellte Refugium ist von schlichter Eleganz und spielt alle Stücke modernster Technik. Das von den Architekten Lang + Schwärzler geplante Haus liegt – auf 30 Stahlbeton-Pfählen  ruhend – am Kaiserstrand. Ein 42 Meter langer Holzsteg verbindet das Bodenseeufer mit dem Badehaus. Der 102 m² große Innenraum bietet bei geöffneten Fassadenflächen einen sensationellen Rundumblick über Berg und See.

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Das Badehaus steht an der Stelle des ehemaligen Schiffsstegs und wird ganzjährig genutzt. Bis auf die Pfähle und die Bodenplatte, die betoniert sind, besteht das Haus außen aus heimischer Weißtanne, die vom Pfänderstock stammt. Als Boden dient im Freien ein Lattenrost, die Innenräume sind mit Dielenböden ausgestattet. Um ein zu hohes Schallaufkommen zu vermeiden, wurde eine abgehängte, akustisch wirksame Deckenschalung aus Tanne installiert. Die Wandverkleidungen sind aus Fichten-Dreischichtplatten, nur die Funktionsräume sind gefliest.

Technik pur
Das Badehaus verfügt über eine kontrollierte Be- und Entlüftung. Die Einbringung der Wärmeenergie erfolgt mittels Heizregister über die Lüftungsanlage durch eine Luftwärmepumpe. Das Fassadensystem wurde so konzipiert, dass es den hohen Windkräften am Ufer des Bodensees standhält. Das Objekt wurde aufgrund seiner besonderen Ästhetik und Funktionalität mit dem Vorarlberger Holzbaupreis 2011 ausgezeichnet.

Damit steht das Badehaus in einer Tradition mit seinem betagten Verwandten in Bregenz, der »Mili«, die 86 Jahre älter ist und zahlreiche Stürme und Wirren der Zeit überlebt hat. Weitere Hotspots in dieser Reihe sind die Badhütte in Rorschach/Schweiz und das Aeschacher Bad in Lindau/Deutschland.  •